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Unnötige Spannung im Pokal!

1. Herren siegt nach 4:0-Führung erst im Elfmeterschießen

Artikel vom 21. August 2026

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    Sportwoche, Flutlicht, K.-o.-Spiel – es war also alles angerichtet für einen geilen Pokalabend in Hollenstedt. In der ersten Runde des Einbecker Brauhauspokals war der FC Lindau zu Gast.

    Mit einigen Rotationen in der Startelf startete unser junges Team selbstbewusst in die Partie. Nach kurzem Abtasten gelang unseren Jungs in der 14. Minute die Führung.

    Strahlhoff eroberte den Ball stark gegen Marx und spielte einen kurzen Pass auf von Dammann, der direkt auf Stein weiterleitete. Mit viel Gefühl steckte Stein den Ball in die Spitze, Oberpenning ließ ihn passieren und plötzlich lief Schenk allein auf den Gästekeeper zu. Mit links schob er souverän zum 1:0 ein. Ein richtig starker Angriff!

    Es sollte nicht der letzte schöne Pass von Stein an diesem Abend gewesen sein. Der mit Abschluss des 30. Lebensjahres offenbar nun plötzlich auch die feine Klinge beherrscht.

    Mit dem Selbstbewusstsein der Führung im Rücken ging unsere Mannschaft noch aggressiver ins Pressing und zwang die Lindauer zu einigen riskanten Zuspielen im Spielaufbau. So auch in der 21. Minute: Ein Pass landete direkt in den Füßen von Oberpenning, der anschließend nur noch einschieben musste – 2:0.

    Nach dem zweiten Treffer entwickelte sich ein offeneres Spiel, da nun auch Lindau mehr investierte und zu ein, zwei guten Möglichkeiten kam. Im Abschluss fehlte den Gästen jedoch die nötige Präzision.

    Alles in allem ging es mit einer verdienten 2:0-Führung in die Halbzeitpause.

     

    Erst der Doppelschlag, dann das Zittern

     

    Die zweite Halbzeit begann ähnlich, wie die erste aufgehört hatte: mit einem offenen Schlagabtausch, allerdings zunächst ohne die ganz großen Torchancen.

    In der 67. Minute gelang uns dann wieder eine starke Pressingsituation. Ein Lindauer spielte einen zu kurzen Rückpass zum Torwart, Oberpenning roch den Braten, lief den Ball ab und schob zum 3:0 ein.

    Nur zwei Minuten später legte Bokelmann nach einer starken Einzelaktion den Ball butterweich auf den zweiten Pfosten. Trätow stand goldrichtig und musste nur noch einschieben – 4:0!

    Kurz darauf flog ein Lindauer Spieler nach einer Gelb-Roten Karte vom Platz.

    4:0-Führung, ein Mann mehr und nur noch rund 15 Minuten zu spielen. Was nach einem souveränen Heimsieg aussah, kippte allerdings innerhalb von zehn Minuten komplett.

     

    Von 4:0 ins Elfmeterschießen

     

    Aus dem Nichts bekam Lindau einen Elfmeter zugesprochen, nachdem der Stürmer im Laufduell geschickt einfädelte. Der Strafstoß saß – 4:1.

    Nur wenige Minuten später folgte die nächste kuriose Szene: langer Ball, leichtes Schubsen, wieder Elfmeter, wieder drin – 4:2.

    Beim Stand von 4:2 in der 90. Minute wollten wir endgültig den Deckel draufmachen, statt auf Zeit zu spielen. Ein Freistoß wurde direkt aufs Tor gebracht und vom Lindauer Keeper gehalten. Der anschließende Konter flog uns um die Ohren – 4:3.

    Lindau warf nun alles nach vorne und versuchte es fast ausschließlich mit langen Bällen in die Spitze. Und tatsächlich gelang den Gästen noch der Ausgleich per Kopf zum 4:4.

     

    Abpfiff. Elfmeterschießen.

     

    Ein bereits sicher geglaubter Sieg war leichtfertig aus der Hand gegeben worden. Mit entsprechend gemischten Gefühlen und nicht gerade den besten Voraussetzungen ging es also ins Elfmeterschießen.

    Die ersten beiden Schützen auf beiden Seiten konnten ihre Elfmeter allesamt nicht verwandeln. Die folgenden drei Schützen trafen, sodass es nach jeweils fünf Schützen 3:3 stand.

    Den nächsten Elfmeter der Lindauer parierte Huttanus stark und brachte uns damit den entscheidenden Vorteil.

    Trätow hatte anschließend die Entscheidung auf dem Fuß. Kalt wie eine Hundeschnauze legte er den Ball unten links ins Eck und sorgte damit endgültig für den Einzug in die nächste Pokalrunde!

     

    Unterm Strich stand ein verdienter Sieg, der hintenraus allerdings unnötig spannend gemacht wurde. Vor allem die ersten 80 Minuten gehörten zu den besten, die unsere Mannschaft in dieser Saison bisher gezeigt hat. Darauf gilt es aufzubauen – vielleicht gelingt es uns beim nächsten Mal ja, auch die letzten zehn Minuten etwas entspannter zu gestalten.

     

    Passenderweise geht es bereits am Sonntag wieder gegen den FC Lindau. Diesmal in der Liga – und erneut in Hollenstedt um 15:00 auf der Sportwoche.

     

    Text: MS

    Fotos: FP