Tiki-Taka im Edesheimer Regen

Ü32 dominiert beim 5:1-Heimerfolg gegen die SG Da/Si
Artikel vom 5. September 2026
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Nach Monaten der Dürre flutete am Freitagabend starker Regen den Edesheimer Sportplatz. Zu Gast war die SG Dassel/Sievershausen. Wetterbedingt hatten sich erwartungsgemäß nur wenige Zuschauer auf den Weg gemacht.
Vor ca. 12 Zuschauern – nicht ausverkauft – pfiff Andreas Vieweg die Partie pünktlich um 19:00 Uhr an. Leider war unser Torwart David Müller arbeitsbedingt noch nicht pünktlich vor Ort, sodass Michi Weiß zu Beginn das Tor hütete. Passend zum Anpfiff ließ der Regen dann auch etwas nach.
An das ungewohnte Geläuf mussten sich beide Teams erst einmal gewöhnen. Daher begann die Partie auf beiden Seiten eher schleppend, geprägt von vielen kleineren Ungenauigkeiten.
So waren es die Dassler, die als Erste eine dieser Ungenauigkeiten ausnutzen konnten und durch einen Sonntagsschuss in Führung gingen.
Bis dahin hatten wir bereits einige gute Einschussmöglichkeiten, die jedoch allesamt vom sehr gut aufgelegten Dassler Schlussmann pariert werden konnten.
Nach dem Gegentor stellten wir unser Spiel komplett um: keine langen Bälle mehr, nur noch Kurzpassspiel. Von da an nahmen wir das Zepter komplett in die Hand und erspielten uns bereits im ersten Durchgang Chance um Chance.
So war es fast folgerichtig, dass beim 1:1-Ausgleichstreffer quasi die gesamte Offensive beteiligt war. Nach starkem Direktpassspiel bis in den 16er landete der Ball bei Mehmet Cicek, der noch einen Gegner aussteigen ließ und anschließend einen Mäusehammer ablud, der seinesgleichen sucht.
Mit grob geschätzten 2,4 km/h rollte der Ball in Richtung Tor und wurde dabei immer länger, bis er mithilfe des Pfostens den Weg ins Netz fand. Es wird sogar gemunkelt, dass Mehmet damit David Nafe ablöst und nun den Rekord für das langsamste Tor der Vereinsgeschichte hält.
Auch danach zeichnete sich dasselbe Bild wie zuvor: viele Chancen, wenig Tore.
Einmal parierte der Keeper wieder stark einen Kopfball von Kevin Jürries, dann schoss Marvin Sauer aus dem Gewusel heraus den Ball aus sieben Metern am leeren Tor vorbei – um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Dassel kam nur noch zu einer Halbchance, die der mittlerweile im Tor angekommene David Müller mit einem risikoreichen Tackling vereiteln konnte. Wie so oft bei ihm hieß es dabei: Ballgewinn oder Rot.
Kurz vor der Halbzeit konnte Sascha Andreew dann endlich mal wieder einen der zahlreichen guten Angriffe im Tor unterbringen. Mit dem 2:1 ging es anschließend in die Pause.
Wenig Haare, viele Chancen
In der Halbzeit wechselte Coach Brieß etwas durch und erschuf damit den Albtraum für jeden Friseur. Unsere Offensive war nun mit Martin Paluch, Marvin Sauer, Michi Weiß, Basti Ilsemann und Mick Rösler fast komplett haarlos.
Das Bild auf dem Platz veränderte sich dennoch nicht. Wir liefen weiter an und erspielten uns weitere Topchancen.
Oftmals agierten wir dabei allerdings zu verspielt und legten den Ball immer wieder quer im 16er. So war es einzig Mick Rösler, der es immer wieder mit Abschlüssen versuchte – ähnlich niedlich wie Mehmet in der ersten Halbzeit, allerdings mit weniger Präzision. Quasi Rückgaben.
Kevin Jürries versuchte es aus dem Halbraum noch einmal andersherum. Mit viel Kraft drosch er die Kugel über den Fangzaun in Richtung Hohnstedt.
Für das 3:1 musste schließlich ein Freistoß herhalten. Nachdem ein Dassler Spieler offenbar eine Textilprobe von Marvin Sauers Trikot nehmen wollte, gab es völlig zurecht Freistoß von der Strafraumkante.
Als sich Martin Paluch den Ball zurechtlegte, war eigentlich allen auf dem Platz klar: Gleich gibt es Anstoß für Dassel.
Und genauso kam es. Paluch nutzte die nicht optimal positionierte Mauer aus und schob den Ball gefühlvoll ins Tor. Bis dahin hatte dem regelmäßig zum „besten Mann“ gekürten Paluch allerdings reichlich wenig gelingen wollen.
In der Folge konnte sich auch Angelo noch zweimal in die Torschützenliste eintragen – mit zwei nahezu identischen Toren.
Jeweils rund 20 Meter vor dem Tor zog er ab. Einmal sehr überlegt und mit ordentlich Wucht unhaltbar ins rechte Eck. Beim zweiten Mal ebenfalls mit viel Wucht, diesmal allerdings zentral aufs Tor. Bei diesem Treffer sah der ansonsten überragende Dassler Keeper dann tatsächlich einmal nicht ganz so gut aus.
5:1 – Endstand.
Müller bekommt Rot – oder nicht?
Zwischen den beiden Treffern von Angelo kam es noch zu einer kuriosen Szene.
Nachdem David Müller nach einem der wenigen Dassler Nadelstiche das Spiel schnell machen wollte, wurde er beim Abschlag geblockt und traf den Gegner dabei mit dem Ball. Dieser ließ sich daraufhin zu einer Beleidigung („Spasti“) hinreißen.
Als Müller noch einmal nachfragte, warum er denn ein „Spasti“ sei, zückte Vieweg postwendend die Rote Karte für Müller.
Nach längeren Diskussionen waren sich jedoch alle Beteiligten einig, dass dies wohl niemals eine Rote Karte war. Vieweg annullierte seine Entscheidung anschließend wieder.
Stark einerseits von den Dasslern, die den Platzverweis ebenfalls für überzogen hielten, andererseits aber auch stark vom Schiedsrichter, der seinen Fehler eingestand und die Karte zurücknahm.
Unterm Strich stand ein hochverdienter 5:1-Sieg, der durchaus noch höher hätte ausfallen können.
Durch konditionelle Vorteile – viele unserer Spieler befinden sich bei der 1. oder 2. Herren weiterhin im Trainingsbetrieb – ließen wir dem Gegner über weite Strecken keine Chance. Die Abwehr um Marco Thormann, Marcel Sauer und Kevin Jürries ließ dabei quasi nichts zu.
Einzig an der Chancenverwertung hätte es noch etwas besser laufen können. Aber man muss sich ja schließlich auch noch etwas für die nächsten Spiele aufheben.
Nächsten Freitag kommt es in Edesheim um 19:00 zum Spitzenspiel gegen die SG Solling.
Text: MS
