Krachende Niederlage in Hohnstedt

Erste Herren unterliegt Bad Gandersheim mit 1:6
Spielbericht vom 22. September 2026
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Nur zwei Tage nach dem starken Auftritt gegen den Tabellenführer aus Moringen wartete mit Bad Gandersheim am Sonntag ein Gegner aus unseren Tabellenregionen auf uns. Da die SG Dassel/Sievershausen bereits am Mittag gegen Einbeck 2 gewinnen konnte, rutschten die Gandersheimer vorübergehend auf den vorletzten Tabellenplatz. Somit stand das Duell: Letzter gegen Vorletzten – Verlieren verboten.
Leider war das wohl noch nicht bei allen durchgesickert, denn unser Auftritt ließ vermuten, dass sich nicht jeder der Ausgangssituation bewusst war. Von Beginn an waren die Gandersheimer griffiger und präsenter in den Zweikämpfen, ohne sich aus eigener Kraft wirklich gefährliche Chancen zu erspielen.
Da wir aktuell allerdings etwas verunsichert sind, ist das kein Problem – wir helfen schließlich gerne. Wie bereits in den vergangenen Wochen legten wir dem Gegner die gefährlichen Abschlüsse teilweise selbst vor die Füße. So stand es zur Halbzeit bereits 0:3.
In einer niveauarmen Partie waren wir bis dahin keineswegs die spielerisch schlechtere Mannschaft. Allerdings bringt das alles nichts, wenn wir den Gegner regelmäßig zum Toreschießen einladen.
Guter Start in Hälfte zwei
Nach einer krachenden Halbzeitansprache gingen wir mit fester Überzeugung in die zweite Hälfte, hier vielleicht doch noch einen Punkt zu erkämpfen. Denn irgendwie fühlte es sich die ganze Zeit so an, als wäre noch etwas möglich.
Und die Mühen sollten belohnt werden: Nach einem schönen Pass umkurvte Christian Oberpenning den Keeper und wurde von diesem zu Fall gebracht. Angelo Kellner verwandelte den fälligen Elfmeter souverän. Nach zuletzt zwei verschossenen Strafstößen endlich wieder so treffsicher, wie wir es von ihm gewohnt sind.
Die Euphorie über den Anschluss hielt allerdings nicht lange an, denn direkt danach fielen wir wieder in die Muster der letzten Wochen zurück. Einwurf für die Gegner an der Seitenlinie, einige Spieler von uns noch am Diskutieren mit Zuschauern und Trainern – Gandersheim machte es schnell und zack, stand es 1:4.
Ein durchaus schönes Tor, bei dem allerdings auch etwas Glück dazugehört hatte. Ob der Abschluss nun als Flanke gewollt war oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist: Der Gandersheimer konnte sich den Ball ohne Bedrängnis zurechtlegen, weil wir noch mit anderen Dingen beschäftigt waren.
Kartenflut als Krönung
Zum Ende dieses gebrauchten Tages kam es dann noch dicker. Mehr Rot und Gelb als bei einem Heimspiel von Eintracht Northeim.
Innerhalb von vier Minuten sahen Angelo Kellner und Christian Oberpenning jeweils die Gelb-Rote Karte – beide wegen Meckerns. Mit neun Mann stemmten wir uns nun gegen die Angriffe der Gandersheimer. Und ausgerechnet mit zwei Mann weniger erlebten wir defensiv unsere beste Phase des Spiels. Jeder auf dem Feld kämpfte und warf sich in die Zweikämpfe.
So hätte man sich das eigentlich bereits mit elf Spielern gewünscht.
Als dann auch noch ein Gandersheimer die Ampelkarte sah, wurde es langsam übersichtlich auf dem Feld. Die nun vorhandenen Räume konnte Gandersheim noch zweimal nutzen und erhöhte auf 1:6. Kolja konnte dabei sogar noch Schlimmeres verhindern.
Ein gebrauchter Nachmittag
Ein Fazit fällt nach diesem Spiel schwer. Positiv hervorzuheben ist definitiv, dass Mehmet Cicek endlich sein Debüt feiern konnte. Auch die kurze Phase im Neun-gegen-Elf war ganz ordentlich.
Wir waren uns nach dem Spiel allerdings einig, dass sowohl unsere Gelb-Roten Karten als auch die für Gandersheim aus unserer Sicht etwas überzogen waren. Regeltechnisch sicherlich nicht falsch, etwas mehr Fingerspitzengefühl hätten wir uns an diesem Nachmittag trotzdem gewünscht.
Nun steht nächste Woche das Spiel gegen das Topteam Schönhagen/Sohlingen mit dezimierter Mannschaft an. Da braucht es schon fast ein kleines Wunder, um etwas Zählbares mit an die Leine zu bringen.
Die Verunsicherung ist der Mannschaft deutlich anzumerken und die individuellen Fehler müssen dringend abgestellt werden, damit der Turnaround doch noch gelingt.
Text: MS


